Sie hören es vermutlich auch: Unternehmen müssen ihre Websites jetzt für ChatGPT optimieren. GEO heißt das neue Zauberwort. Wer nicht mitmacht, wird angeblich von der KI-Suche überholt.
Agenturen bieten Audits, neue Textformate, spezielle KI-Dateien und allerlei technische Maßnahmen an. Auf LinkedIn wird erklärt, warum die klassische Suchmaschinenoptimierung angeblich nicht mehr ausreicht.
Aber was davon ist tatsächlich notwendig? Was ist sinnvoll? Und was ist vor allem ein gutes Geschäft für diejenigen, die GEO verkaufen?
Ich habe ChatGPT dazu befragt. Nicht, um mir die Welt der KI-Suche erklären zu lassen, sondern um die Antworten kritisch zu hinterfragen. Denn wenn eine Digitalagentur selbst GEO-Leistungen anbietet, sollte sie auch erklären können, was dahintersteckt – und was nicht.
GEO in 60 Sekunden
- GEO steht für Generative Engine Optimization. Gemeint ist, Inhalte und Websites so aufzustellen, dass sie in KI-gestützten Suchsystemen gefunden, verstanden und möglicherweise als Quelle verwendet werden können.
- SEO bleibt die Grundlage. Eine technisch schlechte oder inhaltlich schwache Website wird nicht durch ein paar KI-Maßnahmen gerettet.
- Es gibt keine Garantie, in ChatGPT, Perplexity oder anderen KI-Antworten aufzutauchen.
- Viele vermeintliche GEO-Geheimtipps sind nicht belegt. Googles eigene Dokumentation sagt ausdrücklich, dass für AI Overviews und AI Mode keine besonderen zusätzlichen Optimierungsmaßnahmen erforderlich sind.
- Sinnvoll sind klare Informationen, gute Inhalte, eine technisch zugängliche Website und ein nachvollziehbares Bild des Unternehmens im Netz.
- Bevor Sie Geld für GEO ausgeben, sollten Sie wissen, welches konkrete Problem damit gelöst werden soll.
Hinweis zur Entstehung: Dieser Beitrag ist als Gespräch zwischen Mark Binder und ChatGPT erzählt. Das Gespräch ist redaktionell erarbeitet und teilweise nachgestellt. Fragen, Einordnung und Verantwortung liegen bei Mark Binder. Fachliche Aussagen wurden anhand der verfügbaren Dokumentation und Quellen geprüft. Bei der Vorbereitung kamen weitere KI-Werkzeuge zum Einsatz. Sowohl OpenAI als auch die LeadAgentur haben ein wirtschaftliches Interesse an diesem Thema.
1. Muss ich meine Website jetzt für ChatGPT optimieren?
Mark: Ich höre ständig, dass Unternehmen ihre Websites jetzt für ChatGPT optimieren müssen. Newsletter, LinkedIn, Agenturen – überall GEO. Ist das wirklich notwendig oder ist das vor allem ein neues Marketingthema?
ChatGPT: Es ist beides. KI-gestützte Suchfunktionen verändern, wie Menschen Informationen finden. ChatGPT Search, Google AI Overviews und Perplexity können Antworten zusammenstellen und dabei auf Websites als Quellen zurückgreifen.
Daraus folgt aber nicht, dass jedes Unternehmen sofort ein eigenes GEO-Projekt braucht.
Google schreibt ausdrücklich, dass für AI Overviews und AI Mode keine zusätzlichen technischen Anforderungen gelten. Die Inhalte müssen indexiert und für Snippets geeignet sein. Die üblichen SEO-Grundlagen bleiben wichtig.
Mark: Das klingt deutlich weniger dramatisch als das, was mancher Anbieter erzählt. Aber natürlich sagst du das auch als ChatGPT. OpenAI verdient schließlich selbst daran, dass Menschen KI-Suche nutzen.
ChatGPT: Richtig. OpenAI hat ein wirtschaftliches Interesse an der Nutzung seiner Produkte. Und du hast als Betreiber einer Digitalagentur ein wirtschaftliches Interesse daran, GEO-Leistungen zu verkaufen.
Das macht unsere Aussagen nicht automatisch falsch. Es bedeutet aber, dass Leser die Interessen beider Seiten kennen sollten.
Mark: Dann halten wir fest: Du bist kein neutraler Gutachter und ich bin kein unabhängiger Beobachter. Ich verkaufe Online-Marketing. Wenn ich GEO anbiete, muss ich erklären, warum es für einen Kunden sinnvoll sein könnte – und wann nicht.
ChatGPT: Das ist eine faire Ausgangslage. Entscheidend ist, ob eine Maßnahme ein konkretes Problem löst. Nicht, ob sie gerade einen neuen Namen hat.
Was sich belegen lässt: Google nennt für AI Overviews und AI Mode keine zusätzlichen technischen Anforderungen. Das ist eine Aussage über Google, nicht automatisch über sämtliche KI-Suchsysteme.
Kurz gesagt: Unternehmen sollten sich mit KI-Suche beschäftigen. Daraus folgt aber keine pauschale Pflicht, sofort ein umfangreiches GEO-Projekt zu beauftragen.
2. Was ist GEO überhaupt? Ist das nicht einfach SEO mit neuem Namen?
Mark: Erkläre GEO bitte so, dass mein Steuerberater es versteht. Und zwar ohne Marketing-Sprech.
ChatGPT: GEO steht für Generative Engine Optimization. Es bezeichnet Maßnahmen, mit denen Unternehmen ihre Inhalte so aufbereiten, dass KI-gestützte Suchsysteme sie finden, verstehen und möglicherweise in ihren Antworten verwenden können. Das Ziel ist nicht nur ein Platz in einer Trefferliste, sondern auch als Quelle in einer generierten Antwort berücksichtigt zu werden.
Mark: Also doch SEO mit neuem Etikett?
ChatGPT: Die Überschneidung ist groß. Ohne eine solide SEO-Basis wird GEO kaum funktionieren. Allerdings unterscheiden sich die Darstellungen: Eine klassische Suchmaschine zeigt eine Liste von Ergebnissen. Ein generatives System formuliert eine Antwort und kann dabei mehrere Quellen zusammenführen.
Die Begriffe werden in der Branche allerdings nicht einheitlich verwendet.
| Begriff | Worum geht es? | Muss ein Unternehmen das unterscheiden? |
|---|---|---|
| SEO | Auffindbarkeit in Suchmaschinen | Ja. Das bleibt die Grundlage. |
| GEO | Sichtbarkeit und Quellenverwendung in generativen Antworten | Als übergeordnete Bezeichnung hilfreich. |
| AEO | Optimierung für direkte Antworten und Antwortsysteme | Im Alltag meist keine eigene Disziplin. |
| LLMO | Optimierung im Zusammenhang mit großen Sprachmodellen | Überschneidet sich stark mit GEO. |
Mark: Das heißt, ich muss meinen Kunden nicht vier verschiedene Leistungen verkaufen.
ChatGPT: Nein. Die Begriffe beschreiben unterschiedliche Blickwinkel auf ein ähnliches Problemfeld. Sie sind keine vier sauber voneinander abgegrenzten technischen Disziplinen.
Mark: Woher kommt GEO eigentlich?
ChatGPT: Der Begriff wurde unter anderem durch eine Forschungsarbeit von Aggarwal und weiteren Autoren aus dem Jahr 2024 geprägt. Die Arbeit untersuchte, wie sich die Sichtbarkeit von Inhalten in generativen Suchantworten beeinflussen lässt. Die dort erzielten Ergebnisse stammen aus definierten Testsituationen. Sie sind kein Beweis dafür, dass dieselben Effekte in heutigen produktiven Systemen zuverlässig eintreten.
Mark: Gut. Dann sollten wir aus einer wissenschaftlichen Untersuchung keine Garantie für die Praxis machen.
Zur wissenschaftlichen Grundlage: Die Forschungsarbeit von Aggarwal et al. erschien 2024. Sie untersuchte Maßnahmen zur Sichtbarkeit in generativen Suchantworten. Die Ergebnisse aus den damaligen Tests lassen sich nicht ohne Weiteres auf heutige, produktive Systeme übertragen.
Kurz gesagt: GEO ist keine Ablösung von SEO. Es ist ein Sammelbegriff für die Frage, wie Inhalte auch in KI-generierten Antworten auffindbar und verwendbar werden.
3. Wie kommt eine KI überhaupt zu ihrer Antwort?
Mark: Nehmen wir ein konkretes Beispiel. Jemand fragt ChatGPT: „Welcher Steuerberater in Freiburg ist empfehlenswert?“ Was passiert dann?
ChatGPT: Bei einer Suche mit aktuellem Webzugriff kann ein System passende Informationen aus dem Web abrufen. Vereinfacht gesagt:
- Die Frage verstehen: Das System ermittelt, wonach der Nutzer sucht.
- Informationen abrufen: Es sucht nach passenden Webseiten und anderen Quellen.
- Quellen auswählen: Gefundene Informationen werden nach nicht vollständig öffentlichen Kriterien verarbeitet.
- Antwort formulieren: Das Sprachmodell erstellt eine Antwort aus den verfügbaren Informationen.
- Quellen anzeigen: Je nach System werden verwendete Quellen verlinkt oder zitiert.
Mark: Und wenn die Website des Steuerberaters gar nicht gefunden wird?
ChatGPT: Dann kann sie bei diesem konkreten Abruf auch nicht als Quelle verwendet werden. Eine zugängliche und indexierbare Website ist deshalb eine wichtige Voraussetzung.
Mark: Bedeutet das, dass ich mit GEO dafür sorgen kann, dass eine bestimmte Website ausgewählt wird?
ChatGPT: Nein. Du kannst Voraussetzungen verbessern, aber die Auswahl nicht erzwingen. Die Systeme legen ihre vollständigen Auswahl- und Gewichtungskriterien nicht offen.
Mark: Du hast gerade von einem Abruf gesprochen. Was ist mit dem Wissen, das ein Sprachmodell beim Training gelernt hat?
ChatGPT: Das sind zwei unterschiedliche Dinge. Ein Sprachmodell kann Informationen aus seinem Training verwenden. Bei einer aktuellen Websuche können zusätzlich Informationen aus dem Internet abgerufen werden. Das wird häufig als Retrieval-Augmented Generation (RAG) bezeichnet.
RAG bedeutet vereinfacht: Informationen werden nicht ausschließlich aus dem gespeicherten Modellwissen erzeugt, sondern bei Bedarf aus externen Quellen abgerufen und für die Antwort herangezogen.
Mark: Und du weißt genau, wie du intern entscheidest, welche Quelle du verwendest?
ChatGPT: Nein. Ich kann öffentlich dokumentierte Funktionen erklären. Die vollständigen internen Auswahlmechanismen und Gewichtungen kann ich nicht offenlegen. Wer behauptet, die exakten Rankingfaktoren für ChatGPT zu kennen, sollte dafür belastbare Belege vorlegen.
Mark: Das ist eine wichtige Einschränkung. Es gibt also keine geheime Checkliste, die eine Agentur nur kennen muss, damit ein Unternehmen garantiert in ChatGPT auftaucht.
ChatGPT: Eine solche Garantie wäre nicht seriös.
Was dokumentiert ist: Google beschreibt für AI Overviews und AI Mode sogenannte Query-Fan-out-Prozesse. Dabei kann eine komplexe Anfrage in mehrere Suchanfragen aufgeteilt werden.
Was wir nicht sicher wissen: Ob und wie andere Anbieter vergleichbare Prozesse einsetzen, lässt sich aus den öffentlich verfügbaren Informationen nicht vollständig ableiten. Die konkreten internen Auswahlmechanismen bleiben weitgehend undurchsichtig.
Kurz gesagt: Eine Website muss erreichbar sein, ihre Inhalte müssen verständlich sein und sie muss als relevante Quelle infrage kommen. Ob ein KI-System sie tatsächlich auswählt und zitiert, lässt sich nicht sicher steuern.
4. Muss ich jetzt fünf verschiedene KI-Systeme bedienen?
Mark: ChatGPT, Google AI Overviews, AI Mode, Perplexity, Gemini und Copilot. Muss ich mich jetzt bei allen Systemen um meine Sichtbarkeit kümmern?
ChatGPT: Nein. Du solltest zunächst unterscheiden, welche Systeme für deine Zielgruppe relevant sind und welche technischen Zugriffe sie verwenden.
| System | Zusammenhang mit Webinhalten | Was Unternehmen wissen sollten |
|---|---|---|
| Google AI Overviews / AI Mode | Google-Suche und Googlebot | Die normalen SEO-Grundlagen gelten. |
| ChatGPT Search | Websuche über OAI-SearchBot | Der Suchzugriff ist vom Modelltraining getrennt. |
| Perplexity | Webzugriff unter anderem über PerplexityBot | robots.txt und die jeweiligen Bot-Regeln beachten. |
| Gemini | Google-Systeme und Google-Extended | Suche und Modelltraining beziehungsweise Grounding unterscheiden. |
| Microsoft Copilot | Verbindung mit Bing-Suche und Microsoft-Diensten | Bing Webmaster Tools und Microsoft-Dokumentation beachten. |
Mark: Gibt es Zahlen darüber, wie viele meiner Kunden welches System nutzen?
ChatGPT: Für die konkrete Zielgruppe eines einzelnen Unternehmens kann ich das ohne passende Daten nicht zuverlässig beantworten. Allgemeine Nutzungszahlen sind außerdem nicht automatisch auf eine Branche, Region oder Zielgruppe übertragbar.
Mark: Dann ist die Antwort für einen Handwerksbetrieb in Freiburg möglicherweise eine andere als für einen international tätigen Maschinenbauer.
ChatGPT: Ja. Auch der Kaufprozess ist unterschiedlich. Bei einer lokalen Dienstleistung kann eine konkrete Empfehlung in einer KI-Antwort interessant sein. Bei einem komplexen B2B-Produkt sind technische Informationen, Referenzen und lange Recherchephasen möglicherweise wichtiger.
Mark: Also nicht überall gleichzeitig optimieren, sondern zuerst prüfen, wo überhaupt ein geschäftlicher Nutzen entstehen könnte.
ChatGPT: Genau. Eine Liste mit fünf KI-Systemen ist noch keine Strategie.
Kurz gesagt: Unternehmen müssen nicht fünf Plattformen separat bedienen. Sie sollten die Systeme kennen, die für ihre Kunden und ihre Inhalte tatsächlich relevant sein können.
5. Was muss meine Website technisch können?
Mark: Jetzt wird es praktisch. Was muss ein Webentwickler prüfen, damit eine KI-Suche eine Website überhaupt lesen kann?
ChatGPT: Zunächst die Grundlagen:
- Die Website muss erreichbar sein.
- Wichtige Inhalte sollten als normaler Text verfügbar sein.
- Die Seiten sollten intern sinnvoll verlinkt sein.
- robots.txt und andere Zugriffsbeschränkungen dürfen relevante Suchcrawler nicht unbeabsichtigt blockieren.
- Sicherheits-Plugins, Firewalls und CDNs dürfen legitime Zugriffe nicht versehentlich verhindern.
- Unternehmensinformationen müssen eindeutig und konsistent sein.
Mark: Und die verschiedenen Crawler? Da werden einige Namen durcheinandergeworfen.
ChatGPT: Das ist tatsächlich ein wichtiger Punkt. Bei OpenAI gibt es beispielsweise unterschiedliche Zugriffe:
| Crawler | Zweck | Bedeutung |
|---|---|---|
| OAI-SearchBot | Suche | Relevant für den Suchzugriff von ChatGPT. |
| GPTBot | Modelltraining | Betrifft die Nutzung von Inhalten für das Training. |
| ChatGPT-User | Nutzerinitiierter Abruf | Wird im Zusammenhang mit konkreten Nutzeranfragen eingesetzt. |
Wer GPTBot blockiert, blockiert damit nicht automatisch OAI-SearchBot. Training und Suche sind getrennte Entscheidungen.
Mark: Das dürfte für einige Websitebetreiber neu sein. Manche wollen vielleicht nicht, dass ihre Inhalte zum Training verwendet werden, möchten aber trotzdem in der Suche erscheinen.
ChatGPT: Genau. Diese Entscheidung sollte nicht pauschal getroffen werden. Sie hängt von den eigenen Interessen und den jeweiligen Anbieterregeln ab.
Mark: Und was ist mit llms.txt? Das wird Unternehmen inzwischen gerne als notwendige GEO-Maßnahme verkauft.
ChatGPT: Für Google ist die Antwort eindeutig: Google hat erklärt, dass die Google-Suche llms.txt nicht verwendet. Für andere große Anbieter ist eine vergleichbare, allgemein verbindliche Nutzung nicht ausreichend dokumentiert.
Mark: Dann ist llms.txt also kein Pflichtprogramm.
ChatGPT: Richtig. Es kann als freiwillige Zusatzinformation erstellt werden. Eine nachgewiesene Verbesserung der Sichtbarkeit in KI-Suchsystemen sollte man daraus aber nicht ableiten.
Mark: Und Schema.org? Also strukturierte Daten?
ChatGPT: Strukturierte Daten können helfen, Informationen über ein Unternehmen, Produkte, Personen oder Veranstaltungen maschinenlesbar zu beschreiben. Sie sind ein sinnvoller Bestandteil einer sauberen Website.
Dass sie automatisch zu mehr Zitaten in KI-Antworten führen, ist dagegen nicht belegt. Google sagt, dass für AI Overviews und AI Mode keine speziellen strukturierten Daten erforderlich sind.
Mark: Also auch hier: sinnvoller technischer Standard, aber kein Zauberknopf.
ChatGPT: So kann man es zusammenfassen.
Kurz gesagt: Eine technisch saubere Website ist wichtiger als eine Sammlung vermeintlicher KI-Spezialdateien. Crawling, Indexierung, klare Inhalte und konsistente Unternehmensdaten gehören zuerst geprüft.
Ein paar verbreitete GEO-Versprechen im Faktencheck
| Behauptung | Einordnung |
|---|---|
| „Ohne llms.txt findet dich ChatGPT nicht.“ | Nicht belegt. Google nutzt die Datei nicht. |
| „GPTBot muss freigeschaltet sein, damit ChatGPT deine Website findet.“ | Falsch. GPTBot und OAI-SearchBot haben unterschiedliche Aufgaben. |
| „Schema.org sorgt für mehr KI-Zitate.“ | Nicht belegt. Strukturierte Daten sind trotzdem sinnvoll. |
| „FAQ-Markup bringt dir besondere KI-Sichtbarkeit.“ | Nicht belegt. Google zeigt FAQ-Rich-Results seit Mai 2026 nicht mehr an. |
| „Du musst jeden Text speziell für KI umschreiben.“ | Für Google nicht erforderlich. Gute, verständliche Inhalte bleiben wichtig. |
6. Was bedeutet GEO für ein normales mittelständisches Unternehmen?
Mark: Wir verlassen einmal die Technik. Was bedeutet das für einen Handwerksbetrieb, einen B2B-Dienstleister oder einen kleinen Onlineshop?
ChatGPT: Zunächst sollte das Unternehmen verständlich erklären, was es anbietet, für wen es arbeitet und wodurch es sich unterscheidet.
Ein Handwerksbetrieb sollte beispielsweise nicht nur schreiben, dass er „zuverlässige Lösungen aus einer Hand“ anbietet. Interessanter sind konkrete Angaben: Welche Leistungen? In welchen Orten? Für welche Kundengruppen? Welche besonderen Voraussetzungen oder Spezialisierungen gibt es?
Mark: Das ist aber keine neue Erkenntnis. Das sollte eine gute Website schon immer leisten.
ChatGPT: Richtig. Das ist kein exklusiver GEO-Trick. Es ist eine grundlegende Anforderung an gute Unternehmenskommunikation.
Mark: Machen wir drei konstruierte Beispiele.
ChatGPT: Gern.
Beispiel 1: Handwerksbetrieb
Ein Betrieb beschreibt seine Leistungen, sein Einsatzgebiet, seine Spezialisierungen, die Qualifikationen seiner Mitarbeiter und typische Projektarten. Kontaktmöglichkeiten und Unternehmensdaten sind konsistent.
Beispiel 2: B2B-Dienstleister
Ein Unternehmen erklärt seine Leistungen nicht nur mit allgemeinen Versprechen, sondern mit konkreten Anwendungsfällen, technischen Voraussetzungen, Branchenkenntnissen und nachvollziehbaren Projektinformationen.
Beispiel 3: Onlineshop
Produkte haben vollständige Beschreibungen, eindeutige Merkmale, aktuelle Preise und nachvollziehbare Verfügbarkeitsinformationen. Kategorien und Produktseiten sind sauber strukturiert.
Mark: Und was ist mit Bewertungen und dem Google-Unternehmensprofil?
ChatGPT: Bei lokalen Unternehmen sind konsistente Unternehmensdaten und ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil wichtige Bestandteile der digitalen Präsenz. Bewertungen können Vertrauen schaffen. Dass eine bestimmte Anzahl positiver Bewertungen automatisch zu mehr KI-Zitaten führt, ist aber nicht belegt.
Mark: Also auch hier keine künstlichen Bewertungen und keine gekauften Erwähnungen.
ChatGPT: Richtig. Unechte Erwähnungen und manipulierte Signale sind keine seriöse Grundlage.
Kurz gesagt: GEO beginnt nicht mit einem neuen Textformat. Es beginnt damit, dass ein Unternehmen online eindeutig, nachvollziehbar und mit eigenen Informationen beschrieben wird.
Hinweis: Die drei Branchenbeispiele sind konstruiert. Sie sind keine dokumentierten Kundenprojekte der LeadAgentur.
7. Wie kann ich überhaupt messen, ob GEO funktioniert?
Mark: Jetzt kommt die Frage, die jeder Geschäftsführer stellen sollte: Woran sehe ich, ob sich der Aufwand lohnt?
ChatGPT: Die Messung ist schwieriger als bei klassischen Suchmaschinenrankings. Es gibt unterschiedliche Datenquellen, aber keine einzelne Kennzahl, die die gesamte Sichtbarkeit in KI-Systemen abbildet.
| Messgröße | Was sie zeigt | Was sie nicht zeigt |
|---|---|---|
| Google Search Console | Suchleistung und inzwischen auch Daten zu generativen Suchfunktionen | Keine vollständige Sichtbarkeit über alle KI-Systeme |
| Bing Webmaster Tools – AI Performance | Zitierte Seiten und Suchphrasen in den erfassten KI-Erlebnissen | Keine vollständigen Klickdaten |
| Server-Logs | Zugriffe bestimmter Crawler auf die Website | Nicht, ob das Unternehmen später in einer Antwort erwähnt wurde |
| Webanalyse | Verweiszugriffe aus erkennbaren KI-Quellen | Nicht alle KI-Aufrufe werden als solche erkannt |
| Manuelle Stichproben | Ob und wie ein Unternehmen bei konkreten Fragen erscheint | Keine repräsentative oder dauerhaft stabile Messung |
Mark: Es gibt inzwischen also tatsächlich neue Messmöglichkeiten?
ChatGPT: Ja. Google hat seit dem 31. August 2026 einen Bericht „Generative AI performance“ in der Search Console bereitgestellt. Er umfasst Daten zu AI Overviews und AI Mode.
Auch Bing Webmaster Tools bieten einen Bericht namens „AI Performance“. Dort lassen sich unter anderem zitierte Seiten und Suchphrasen auswerten.
Mark: Und was ist mit den GEO-Scores, die manche Tools anbieten?
ChatGPT: Sie können für wiederholte Stichproben und Vergleiche innerhalb eines Tools nützlich sein. Ein allgemeingültiger, objektiver GEO-Score ist das aber nicht. Unterschiedliche Tools verwenden unterschiedliche Fragen, Systeme, Zeitpunkte und Bewertungsverfahren.
Mark: Dann sollte ich einen Kunden nicht mit einer Zahl wie „GEO-Score 42“ beeindrucken, wenn ich nicht erklären kann, was diese Zahl bedeutet.
ChatGPT: Genau. Eine Kennzahl ohne nachvollziehbare Methodik ist kein belastbarer Erfolgsnachweis.
Der 30-Minuten-Selbsttest
Sie können sich selbst einen ersten Eindruck verschaffen:
- Fragen Sie ChatGPT nach Ihrem Unternehmen und Ihren wichtigsten Leistungen.
- Wiederholen Sie die Fragen in Perplexity und einer Google-Suche mit KI-Funktionen.
- Fragen Sie nach konkreten Empfehlungen in Ihrer Region oder Branche.
- Prüfen Sie, ob Ihr Unternehmen genannt wird und welche Quellen verlinkt werden.
- Kontrollieren Sie, ob die genannten Informationen korrekt sind.
- Öffnen Sie die Google Search Console und prüfen Sie die verfügbaren Daten zu generativen Suchfunktionen.
- Sehen Sie in Bing Webmaster Tools nach, ob der AI-Performance-Bericht für Ihre Website Daten enthält.
- Prüfen Sie robots.txt und die Erreichbarkeit Ihrer wichtigsten Seiten.
- Vergleichen Sie die Angaben zu Ihrem Unternehmen auf Website, Unternehmensprofilen und Verzeichnissen.
- Wiederholen Sie den Test zu einem späteren Zeitpunkt mit denselben Fragen.
Wichtig: Ein einzelner Test ist keine Erfolgsmessung. KI-Antworten können sich ändern. Dokumentieren Sie Fragen, Datum, System und Ergebnisse, wenn Sie Entwicklungen vergleichen möchten.
Kurz gesagt: Es gibt inzwischen einzelne Messmöglichkeiten. Eine vollständige, systemübergreifende Messung der KI-Sichtbarkeit gibt es nicht.
8. Ist GEO sinnvoll oder Geldverschwendung?
Mark: Jetzt möchte ich eine klare Antwort. Ein Friseursalon in Freiburg und ein Maschinenbauer mit 80 Mitarbeitern: Brauchen beide GEO?
ChatGPT: Nicht zwangsläufig. Für den Friseursalon können lokale Auffindbarkeit, ein gepflegtes Unternehmensprofil, Bewertungen und eine klare Website wichtiger sein als ein separates GEO-Projekt.
Beim Maschinenbauer können ausführliche Produktinformationen, technische Dokumentationen, Anwendungsfälle und Fachinhalte eine größere Rolle spielen. Ob sich zusätzliche GEO-Maßnahmen lohnen, hängt von Zielgruppe, Wettbewerb und tatsächlichem Suchverhalten ab.
Mark: Das klingt nach einer ziemlich banalen Antwort.
ChatGPT: Es ist eine banale Antwort, wenn man eine pauschale Lösung erwartet. Aber eine seriöse Empfehlung muss den konkreten Betrieb berücksichtigen.
Mark: Was würdest du zuerst machen?
ChatGPT: Ich würde die Maßnahmen priorisieren:
| Priorität | Maßnahme | Warum? |
|---|---|---|
| 1 | Technische Erreichbarkeit und Indexierung prüfen | Ohne Zugriff keine Auffindbarkeit. |
| 2 | Wichtige Unternehmens- und Leistungsseiten verbessern | Kunden müssen verstehen, was das Unternehmen anbietet. |
| 3 | Unternehmensdaten vereinheitlichen | Name, Adresse, Leistungen und Kontakt sollten zusammenpassen. |
| 4 | Eigene Fachinformationen und Erfahrungen einbringen | Austauschbare Inhalte bieten wenig zusätzlichen Wert. |
| 5 | Strukturierte Daten sinnvoll einsetzen | Sie helfen, Informationen eindeutig zu beschreiben. |
| 6 | KI-Sichtbarkeit beobachten | Erst messen, dann Maßnahmen bewerten. |
| 7 | Zusatzdateien wie llms.txt prüfen | Kein vorrangiger Hebel, solange der Nutzen nicht belegt ist. |
Mark: Und was darf das kosten?
ChatGPT: Dafür gibt es keine belastbare allgemeine Preisspanne. Der Aufwand hängt davon ab, wie groß die Website ist, wie gut die technische Basis ist und welche Inhalte bereits vorhanden sind.
Ein pauschales GEO-Paket ist deshalb nicht automatisch sinnvoll.
Mark: Dann sollte ein Unternehmen vor einem Auftrag wissen, was konkret geprüft und verbessert wird.
ChatGPT: Ja. Eine Agentur sollte Maßnahmen, Aufwand, Ergebnisse und Grenzen erklären können. Eine Garantie für Nennungen in KI-Antworten kann sie nicht seriös geben.
Woran Sie ein fragwürdiges GEO-Angebot erkennen
Seien Sie vorsichtig, wenn ein Anbieter:
- garantierte Erwähnungen in ChatGPT verspricht,
- einen angeblich objektiven GEO-Score als alleinigen Erfolgsnachweis verkauft,
- llms.txt als unverzichtbare Voraussetzung darstellt,
- massenhaft KI-generierte Texte ohne eigene Informationen produziert,
- für jede denkbare Suchanfrage eine eigene Seite anlegen möchte,
- angeblich geheime Rankingfaktoren von ChatGPT kennt,
- keine nachvollziehbare Messmethode vorlegt,
- nicht erklären kann, welche konkreten Änderungen an Ihrer Website vorgenommen werden.
Mark: Und gilt das auch für die LeadAgentur?
ChatGPT: Ja. Auch die LeadAgentur sollte sich an denselben Maßstäben messen lassen. Eine kritische Prüfung darf nicht nur für andere Anbieter gelten.
Kurz gesagt: GEO ist sinnvoll, wenn es ein konkretes geschäftliches oder technisches Problem löst. Es ist Geldverschwendung, wenn vor allem ein neues Etikett auf bekannte SEO-Arbeiten geklebt wird.
9. Was kann die LeadAgentur für Unternehmen tun?
GEO ist kein isoliertes Produkt, das unabhängig von der bestehenden Website betrachtet werden sollte. Bevor zusätzliche Maßnahmen sinnvoll sind, müssen die Grundlagen stimmen.
Die LeadAgentur beschäftigt sich mit Websites, Suchmaschinenoptimierung und Online-Marketing. Bei der GEO-Betrachtung geht es deshalb zunächst um die vorhandene digitale Basis:
- Sind die wichtigen Seiten technisch erreichbar?
- Werden Inhalte verständlich und eindeutig dargestellt?
- Ist klar erkennbar, wer das Unternehmen ist und welche Leistungen es anbietet?
- Sind die relevanten Informationen konsistent?
- Gibt es Inhalte, die über allgemeine Marketingformulierungen hinausgehen?
- Welche Maßnahmen sind tatsächlich sinnvoll – und welche können entfallen?
Wir versprechen keine Platzierungen in KI-Antworten. Wir schauen gemeinsam, was fachlich und wirtschaftlich Sinn ergibt. Wenn eine Website zunächst klassische SEO-Hausaufgaben hat, sollte das vor einem zusätzlichen GEO-Projekt geklärt werden.
Mehr zur konkreten Leistung finden Sie auf der GEO-Seite der LeadAgentur.
10. Was sollte ich diese Woche tun – und was kann ich ignorieren?
Mark: Fassen wir das für einen Geschäftsführer zusammen, der keine Zeit hat, sich wochenlang mit GEO zu beschäftigen. Was soll er tun?
ChatGPT: Ich würde drei Kategorien unterscheiden.
| Jetzt tun | Prüfen | Ignorieren |
|---|---|---|
| Website-Erreichbarkeit sicherstellen | Relevanz von KI-Suche für die eigene Zielgruppe | Garantien für ChatGPT-Nennungen |
| Wichtige Leistungsseiten verständlich formulieren | Crawler und robots.txt | Angeblich geheime Rankingfaktoren |
| Unternehmensdaten vereinheitlichen | Search Console und Bing AI Performance | GEO-Scores ohne nachvollziehbare Methodik |
| Eigene Fachinformationen veröffentlichen | Strukturierte Daten | llms.txt als angebliche Pflicht |
| Technische Fehler beseitigen | KI-Antworten stichprobenartig kontrollieren | Massenhaft generierte Suchseiten |
Mark: Und wenn ein Unternehmen gar nichts macht?
ChatGPT: Dann kann es sein, dass Wettbewerber in bestimmten KI-Antworten häufiger als Quelle erscheinen. Es gibt aber keine Grundlage für die Behauptung, dass ein Unternehmen ohne sofortige GEO-Maßnahmen zwangsläufig unsichtbar wird.
Mark: Das ist für mich die entscheidende Aussage. Nicht jeder Trend ist ein Auftrag. Und nicht jede technische Möglichkeit ist eine wirtschaftlich sinnvolle Maßnahme.
Ich würde Unternehmen deshalb empfehlen, zuerst die eigene Website kritisch anzusehen. Ist sie verständlich? Sind die Informationen aktuell? Ist technisch alles in Ordnung? Gibt es etwas, das einen Kunden wirklich überzeugt?
Wenn das nicht stimmt, brauchen wir nicht über die Optimierung für ChatGPT zu reden.
ChatGPT: Das ist eine sinnvolle Reihenfolge. GEO kann ein Thema sein. Es ersetzt aber weder eine gute Website noch eine klare Positionierung oder überzeugende Unternehmensinformationen.
Mark: Dann sind wir uns ausnahmsweise einig. Wobei ich festhalten möchte: Das Gespräch war nicht dazu da, GEO möglichst groß zu machen. Es sollte herausfinden, was davon übrig bleibt, wenn man die Marketingversprechen abzieht.
Und genau das sollten Unternehmen auch von einer Agentur erwarten dürfen.
Quellen und weiterführende Informationen
Die technischen Aussagen in diesem Beitrag orientieren sich insbesondere an den Dokumentationen der jeweiligen Anbieter. Die Systeme verändern sich; Angaben sollten deshalb vor einer konkreten technischen Umsetzung erneut geprüft werden.
- Google Search Central: AI features and your website
- Google Search Central: Google Search documentation
- OpenAI: Overview of OpenAI crawlers
- OpenAI: ChatGPT Search
- Perplexity: Perplexity crawlers
- Microsoft Bing Webmaster Tools: Bing Webmaster Tools
- Aggarwal et al. (2024): GEO: Generative Engine Optimization. Proceedings of the 30th ACM SIGKDD Conference on Knowledge Discovery and Data Mining.
Über den Autor
Mark Binder beschäftigt sich mit Websites, Suchmaschinenoptimierung und digitaler Kommunikation. Mit der LeadAgentur in Freiburg unterstützt er Unternehmen bei ihrer digitalen Präsenz.
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Zuletzt aktualisiert: 5. November 2026
